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Ressort: Wirtschaft, Architektur, Kammer der Architekten und Ingenieurskonsulenten für Tirol und V
Datum: 16.5.2017
Ort: Innsbruck

Tiroler und Vorarlberger Ziviltechniker-Wissen weltweit gefragt

Ob Straßenentwicklung, Tunnelbau oder Wasserkraftplanung – immer wieder erhalten Tiroler und Vorarlberger Ziviltechniker den Zuschlag für anspruchsvolle Großprojekte rund um den Globus. Das spezielle Fachwissen und die Erfahrung mit der Geologie gebirgiger Regionen macht sich bei unterschiedlichsten Planungs- und Baumaßnahmen bezahlt, weiß die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg zu berichten. Zwei Firmen aus Tirol und Vorarlberg zeichnen unter anderen für zwei zukunftsweisende Vorzeigeprojekte verantwortlich, die weltweit Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Sie erstellen Pläne, nehmen Messungen vor, verfassen Gutachten, kümmern sich um organisatorische und kommerzielle Aspekte von Projekten oder übernehmen die Gesamtplanung. Der Beruf des Ziviltechnikers ist fordernd und komplex. Streng geprüfte Architekten und Ingenieurkonsulenten fungieren als Experten in den Bereichen Technik, Energie, Umwelt, Sicherheit, Recht, Wirtschaft und Gestaltung. Immer wieder werden Experten aus Tirol und Vorarlberg für internationale Projekte zu Rate gezogen, teilt die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg mit.

Technische Geologen: „Damit der Berg nicht herunter kommt“

Dass Häuser nicht schief stehen und Brücken standfest bleiben, dafür sorgen Rufus und sein Vater Heiner Bertle. Von Schruns aus betreiben die technischen Geologen und geprüften Ziviltechniker ihr Büro Geognos Bertle und beschäftigen sich mit der Wechselwirkung zwischen Untergrund und Bauwerk. Ihre Aufgaben reichen von der Feststellung der Verteilung von Gesteinen im Tunnel, über die Wasserwegigkeiten bis zum Aufspüren von Baustoffen wie Sand und Kies. Zu einem der anspruchsvollsten Projekte der Vorarlberger zählt die neue Eibseebahn auf der Zugspitze. Die Pendelbahn galt schon bei ihrer Erstkonstruktion vor über 50 Jahren als absolutes Bau-Highlight und auch der Relaunch geizt nicht mit Herausforderungen: Allein die Höhenlage von knapp 3000 Metern über dem Meeresspiegel fordert technisches und logistisches Improvisationstalent. Schließlich müssen Bagger, Kräne und Co. teilweise auf einer Fläche mit nur 10 Metern Breite operieren, am Rande geht es 1.500 Meter hinunter. Drei Rekorde stellen zudem ein spezielle Aufgabe für die Geologen dar: Mit 127 Metern wartet die Pendelbahn mit der weltweit höchsten Stahlbaustütze auf, mit 1.945 Metern weist sie den größten Gesamthöhenunterschied in einer Sektion vor und das längste freie Spannfeld des Seils von einer Stütze zur nächsten beträgt unglaubliche 3,2 Kilometer. Damit der Berg diesen Anforderungen standhält, haben Rufus Bertle und sein Team über Monate hinweg die Bodenbeschaffenheit auf der Zugspitze analysiert. „Die Herausforderung ist die Exponiertheit der Bahn, schließlich geht es hier fast 1500 Meter hinunter. Man hat sehr wenig Platz zur Verfügung und auch das Wissen, dass vor 3000 Jahren schon einmal ein 300 Millionen Kubikmeter großes Stück des Berges abgebrochen ist, verschafft einem Respekt vor der Arbeit am Fels“, so Rufus Bertle, dessen Büro seit  45 Jahren in der Branche tätig ist. Seit dem Frühjahr 2015 wird auf der deutschen Seite der Zugspitze gebaut, lange im Vorfeld haben die Österreichischen Ziviltechniker ihre Arbeit dort aufgenommen. Im Dezember 2017 soll die neue Pendelbahn in Betrieb gehen.

Energiewende für das südasiatische Königreich Bhutan

Tirol und das Königreich Bhutan sind knapp 7000 km voneinander entfernt, und haben doch etwas gemeinsam: beide Länder verfügen über ein enormes Potential an Wasserkraft. In Zusammenarbeit mit der Austrian Development Agency waren BERNARD Ingenieure – ein Ziviltechnikerbüro aus Hall in Tirol – bei der Planung und Umsetzung des Kraftwerks am Fluss Dagachhu federführend: Neben der Planung, der Ausschreibung und der Machbarkeitsstudie waren die Tiroler auch für das Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung verantwortlich. „Die Geologie im Himalaya ist sehr jung, abwechslungsreich und schwierig. In den Alpen sind diese Voraussetzungen ähnlich. Das ist auch der Grund, dass in Tirol eine große Anzahl herausragender Tunnelbau-Planungsfirmen und Tunnel-Baufirmen zu Hause sind. Außerdem gibt es bei uns rund 800 kleine und große Wasserkraftwerke. Dies war mitentscheidend, weshalb BERNARD Ingenieure für dieses Projekt beauftragt wurde“, erklärt Geschäftsführer Martin Seidner. Im Februar 2016 konnte nach einer Bauzeit von insgesamt sieben Jahren der Betrieb aufgenommen werden. Mit einer maximalen Leistung von 126 MW ist das 160 Millionen Euro Projekt Teil des großen Ziels der bhutanischen Regierung, die gesamte Bevölkerung mit Strom zu versorgen. Bhutans Eigenverbrauch lag im Jahr 2008 – also knapp vor Baubeginn – bei 530 GWh. Das Kraftwerk Dagachhu liefert jährlich 515 GWh und wäre damit fast allein in der Lage das Hochgebirgsland mit Strom zu versorgen. Mit Indien hätte das „Land des Donnerdrachen“ auch bereits einen Abnehmer für den überschüssigen Strom gefunden. Künftig will das Land 45 % des BIPs aus dem Stromgeschäft lukrieren.

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"Damit der Berg nicht herunter kommt" ist Ziviltechniker-Know-How gefragt: Der Bau der neuen Eibseebahn auf die Zugspitze führt die Geologen von Geognos Bertle in luftige Höhen.

Foto: Geognos Bertle ZT GmbH
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Die Arbeiten in den luftigen Höhen der Zugspitze sind selbst für den erfahrenen Geologen Rufus Bertle eine Herausforderung.

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Gute Nerven sind ein Muss: Am Rand geht es knapp 1500 Meter in die Tiefe...

Foto: Geognos Bertle ZT GmbH
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Das Team von Geognos Bertle ZT analysiert die Bodenbeschaffenheit auf der Zugspitze, damit der Berg der neuen Eibseebahn standhält.

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Baustellenansicht des 126 MW-Hochdruck-Kraftwerk Dagachhu im Himalaya

Foto: Wolfgang Holzleitner/ BERNARD Ingenieure
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Seit Februar 2016 ist das Kraftwerk am Dagachhu in Betrieb

Foto: Wolfgang Holzleitner/ BERNARD Ingenieure
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Die beiden Geschäftsführer von BERNARD Ingenieure Gisbert Wieser (li.) und Martin Seidner (re.) freuen sich über die internationale Zusammenarbeit mit Bhutan.

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