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Ressort: Wirtschaft, Tiroler Adlerrunde
Datum: 25.3.2015
Ort: Innsbruck

VERANSTALTUNG Tiroler Adlerrunde: Europas Schwäche – wer dadurch verliert und profitiert

Der deutsch-US-amerikanische Ökonom Max Otte und der erfolgreiche Buchautor und Jurist Carlos A. Gebauer, die auf Einladung der Tiroler Adlerrunde in Innsbruck vor rund 200 heimischen Wirtschaftsgrößen referierten, analysierten die aktuelle Lage Europas.

Dramatische Rettungsaktionen – daran haben wir uns vielfach schon gewöhnt. Nach zahlreichen Notoperationen scheint die Europäische Union heute zwar stabiler – keineswegs aber geheilt. Im Gegenteil: Aus der akuten Erkrankung namens Schuldenkrise ist nach Meinung vieler Experten eine chronische geworden. Inwieweit leiden europäische Gesellschaften unter Demokratiedefiziten und haben notwendige Selbststeuerungsmöglichkeiten aus der Hand gegeben? Wer verliert oder profitiert durch diese europäische Selbstentmächtigung? Der deutsch-US-amerikanische Ökonom Max Otte und der erfolgreiche Buchautor und Anwalt Carlos A. Gebauer sehen aufgrund aktueller politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen skeptisch in die Zukunft.

Massive Gefahr für Europa? Laut Gebauer beschreite die Europäische Union derzeit einen fragwürdigen Weg. Generalklauselartige Ermächtigungsnormen würden die Union inzwischen in die Lage versetzen, praktisch alles zu tun, wonach ihren führenden Köpfen der Machtsinn steht. „Dies ist nicht mehr nur ein Demokratiedefizit, es ist ein Demokratievakuum“, ist Gebauer überzeugt. In diesem Zusammenhang zitierte Gebauer auch den historischen Satz von  Christine Lagarde, den er als ausgebildeter Jurist nach wie vor erschreckend findet: „Wir haben alle Rechte gebrochen, aber den Euro gerettet“. Bei seinem Vortag in Innsbruck bezeichnete Gebauer den Euro als Frankenstein Währung, der uns „noch um die Ohren fliegen wird“. Gebauer: „In Zusammenschau mit dem Versuch, ein absehbar scheiterndes Geldsystem zum Antriebsmotor der europäischen Integration zu machen, droht massive Gefahr für den Frieden in Europa. Die politische Entwicklung in Griechenland und die Straßenkämpfe in Frankfurt am Main lassen die aufkeimenden Konflikte erahnen.“

Kapital fließt aus Europa ab. Auch Otte, der bereits im Jahr 2006 den Börsencrash voraussagte, und seither als Deutschlands treffsicherster Krisenprophet gilt, glaubt, dass sich politische Konflikte sehr schnell wieder zu schwierigen Situationen ausweiten könnten. Otte: „Die Gefahr einer großen Eruption ist sicher wieder gegeben.“ Aufgrund der anhaltenden Konflikte rund um die Ukraine sieht Otte gefährliche Eskalationsstufen mit direkten wirtschaftlichen Auswirkungen: „Schon heute sind die Ängste und Verunsicherungen so groß, dass viel europäisches Kapital nach Amerika fließt. So langsam gehen wir in Richtung planwirtschafte Maßnahmen. Wir haben Negativzinsen, dehnen unsere Notenbilanzen aus. Als Nächstes müssen wir Schulden streichen. Das ist das ideale Klima der Angst und Konfrontation.“

Auch Otte zeigte sich in seinen Ausführungen vor rund 200 Spitzenvertretern der Tiroler Wirtschaft überzeugt, dass der Euro langfristig betrachtet eine Fehlkonstruktion sei. Er habe bereits bei dessen Einführung vorausgesagt, dass man spätestens nach 10 Jahren große Probleme haben werde. Ursprünglich, so Otte, sei er der Überzeugung gewesen, dass wenn das Problem zu groß würde, die EU demokratisch werden wird. „In Wahrheit wurde die EU aber entdemokratisiert und entwickelt sich immer mehr zu einer Konzernwirtschaft.“

In seinen Ausführungen skizzierte Otte den „War of Cash“ als große Bedrohung für alle Bürger. Der aktuelle Krieg gegen Bargeld bedeute langfristig eine komplette Transparenz und bestärke auf bedrohliche Art die Entwicklung hin zum „totalen gläsernen Menschen“. Elektronisches Geld ließe sich für einzelne Mitglieder der Gemeinschaft ja ganz einfach sperren. Die Probleme in Europa würden nicht abreißen, solange man Euro-Länder - wie etwa Griechenland, Portugal, Spanien – in der Gemeinschaft mittrage. „Die Euro-Krise ist ungelöst. Die Schulden steigen weiter, die Arbeitslosigkeit ist hoch.“

Tiroler Adlerrunde als Impulsgeber. Die Initiative zur brisanten Europa-Diskussion mit den namhaften Experten ging von der Tiroler Adlerrunde aus, die sich aus führenden Unternehmern des Landes zusammensetzt. Deren Präsident – Herbert Empl – betont die Rolle der Adlerrunde als Impulsgeber für den Wirtschaftsstandort Tirol: „Tirol ist schon lange keine Insel der Seligen mehr, internationale Rahmenbedingungen beeinflussen direkt regionale Wirtschaftsräume. Daher ist die kritische Reflexion ohne Schönfärberei über aktuelle Themen mit Menschen mit Ecken und Kanten sowie ein offener Blick auf Europa unerlässlich für die Standortsicherung.“ Rund um zentrale Grundsäulen entwickle die Tiroler Adlerrunde Initiativen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Tirol. Empl: „Es geht uns um die konkrete Unterstützung und Hilfe für junge Unternehmer, damit unternehmerische Ideen in Tirol auch unbürokratisch umgesetzt werden können. Zudem ist uns selbst die Erweiterung des eigenen Blickfeldes für die Tiroler Unternehmerschaft ein großes Anliegen.“

Informationen  zu den Referenten:

Prof. Dr. Max Otte lehrt am Institut für Unternehmensführung und Entrepreneurship an der Universität Graz. Als Wirtschafts- und Finanzexperte sowie anerkannte Autorität auf dem Gebiet des werthaltigen Investierens (Value Investing) hat er zahlreiche Bücher und Artikel zu Wirtschafts- und Finanzthemen veröffentlicht. Sein Buch „Der Crash kommt“ wurde zum Bestseller. Er ist Gründer des Finanzinformations- und Analyseinstituts IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH, Chefredakteur des Kapitalanlagebriefes DER PRIVATINVESTOR sowie Direktor des Zentrums für Value Investing e.V. Prof. Otte wurde drei Jahre in Folge (2009-2011) von Börse Online mit dem Titel „Börsianer des Jahres“ ausgezeichnet. Nach der von ihm entwickelten Strategie wurde im Jahr 2008 eigens ein Fonds aufgelegt. Darüber hinaus ist er Hauptgesellschafter der Privatinvestor Verwaltungs AG.

Carlos A. Gebauer studierte Philosophie, Neuere Geschichte, Sprach-, Rechts- und Musikwissenschaften. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht in Düsseldorf ist er ebendort auch Anwaltsrichter. Als Autor schrieb und schreibt er u.a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Neue Juristische Wochenschrift, die Zeitschrift für Rechtspolitik, den Schweizer Monat, die Schweizerzeit, die Magazine Cicero und Pardon, Novo Argumente, The European sowie als regelmäßiger Kolumnist für die Freie Presse Chemnitz, die Wirtschaftswoche und für eigentümlich frei. Im Lichtschlag-Verlag erschienen seine Bücher »Warum wir alle reich sein könnten und wie unsere Politik das verhindert« sowie »Der Gesundheitsaffront«, im Finanzbuchverlag das Buch „Rettet Europa vor der EU“.

Die Veranstaltung geht auf  eine Initiative der Tiroler Adlerrunde zurück, die mit freundlicher Unterstützung von Raiffeisen Bank und Tiroler Versicherung durchgeführt wurde.

 

O-Töne zum Download:

O-Ton Rechtsanwalt Carlos A. Gebauer über seinen Vortrag im Rahmen der Veranstaltung der Tiroler Adlerrunde.

O-Ton Ökonom Max Otte über die Adlerrunde.

O-Ton Ökonom Max Otte auf die Frage: Ist der Euro noch zu retten?

O-Ton Präsident der Tiroler Adlerrunde Herbert Empl über die Idee der Veranstaltung.

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Tiroler Adler Runde
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